Buttelstedt : Tourismus / Geschichtliches

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Haydns Schöpfung in Buttelstedt am Samstag, d. 18.06.2017 - 17 Uhr

(13.06.2017) Zu zwei herausragenden Konzertterminen im Weimarer Land lädt der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Apolda-Buttstädt im Juni ein. mehr

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Nördlich hinter dem Ettersberg, 10 km von Weimar, direkt an der Scherkonde, liegt unsere Kleinstadt Buttelstedt. Buttelstedt wurde zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als Karl der Große es 768 dem Kloster Husfeld übereignete.
Ebenfalls im Jahre 768 wurde ein Dingstuhl errichtet. Dieser Dingstuhl verlieh dem damaligen Botelstete (auch Bethalstedt genannt) eine besondere Stellung, denn er war neben Gotha, Thammsbrück und Weißensee eine der vier größten Gerichtsstätten in Thüringen. Noch heute ist dieser Dingstuhl als Kulturdenkmal erhalten. Die wirtschaftliche Bedeutung Buttelstedts wurde durch die Via-Regia, auch Königsstraße genannt, gefördert. Die Via-Regia war eine der bekanntesten mittelalterlichen Fernhandelsstraßen, die von Frankfurt am Main über Erfurt, Buttelstedt nach Leipzig führte. Die Poststation (Postkutschenwechsel) war in Buttelstedt und die Jenaer und Weimarer mussten ihre Post in Buttelstedt abholen. Auf Grund der wirtschaftlichen Bedeutung erhielt 1334 Buttelstedt das Marktrecht und 1454 das Stadtrecht. Die Wirren des 30jährigen Krieges gingen auch an dieser Stadt nicht spurlos vorüber. Die kaiserlichen Truppen vernichteten 1641 das gesamte Oberdorf, mit der berühmten Wallfahrtskirche Sankt Maria. Auch die napoleonischen Kriege hinterließen Not und Zerstörung. Buttelstedt musste erhebliche Kriegskontributionen zahlen. Die Bevölkerung war danach so verarmt, dass die Franzosen ihren Etappenort nach Buttstädt verlegten.
Schon aus weiter Ferne ist der 57 m hohe Turm der Nikolaikirche sichtbar, die von 1486 bis I566 errichtet wurde. Die Nikolaikirche ist ein imponierendes Baudenkmal, das noch mancherlei Kunstwerke in sich birgt. Eine Kostbarkeit dieser Kirche ist die darin befindliche Turmuhr, die als historisch-technisches Denkmal von Fachleuten eingeschätzt wird und die Herstellungszeit lässt kurz nach dem 30jährigen Krieg schließen. Sie ist als absolute Seltenheit anzusehen, da diese Uhr nicht nur die 1/4, 1/2 und volle Stunde schlägt, sondern beim vollen Stundenschlag, dem die 4/4 Schläge vorausgehen Sonderschläge zugegeben werden. Im Raum zwischen Halberstadt und Weimar ist es die einzige Uhr dieser Art, welche heute wieder funktionstüchtig ist. Die Nikolaikirche ist die Taufkirche von Johann Friedrich Fasch, welcher am 15. April 1688 in Buttelstedt das Licht der Welt erblickte. Er entstammte einem alten Pastorengeschlecht. Ebenfalls wurde am 10. Oktober 1713 Johann Ludwig Krebs in Buttelstedt geboren. Beide waren bekannte Musiker und Komponisten ihrer Zeit. Johann Ludwig Krebs war ein Schüler Bachs, ein ausgezeichneter Orgelvirtuos und Komponist. Zu dem Kreis der aus Buttelstedt gebürtigen oder hier ansässig gewesenen Musikern konnten noch einige andere bekannte Persönlichkeiten gezählt werden, so der am 31. Januar 1704 als Sohn eines hiesigen Seilermeisters geborene, mit Johann Krebs und Johann Sebastian Bach eng befreundet gewesene und von diesem hochgeschätzte Johann Wilhelm Koch (Stadtorganist in Ronneburg).
Ein Denkmal erinnert an den Freiheitsdichter und -kämpfer Theodor Körner, der 1813 mit den schwarzen Husaren von Buttelstedt aus Streifzüge gegen die Franzosen unternahm.
Am 01. März 1809 wurde in Wien Gustav Steinacker geboren. Dieser war von 1858-1877 in Buttelstedt als Pfarrer tätig. Er war Mitbegründer des Fröbelvereins und errichtete 1859 den ersten Kindergarten in Buttelstedt.
Am 07. Juni 1877 verstarb Gustav Steinacker und wurde auf dem hiesigen Friedhof begraben. Als Ehre sehen es die Lehrer und Schüler der Grundschule “Gustav Steinacker” an, dieses Grab zu pflegen, da sie seinen Namen tragen. Mit dem Bau der Eisenbahn 1848 von Weißenfels über Weimar nach Erfurt verlor Buttelstedt seine wirtschaftliche Bedeutung. Als 1887 eine Kleinbahn von Weimar über Buttelstedt nach Kleinrudestedt bzw. Rastenberg erbaut wurde, blieb das für das Kleinstädtchen ohne wirtschaftliche Auswirkungen. 1894 wurde eine Molkerei und 1907 eine Dampfziegelei errichtet, beide existieren heute nicht mehr. Durch die sowjetische Besatzungsmacht wurde 1946 die Kleinbahn als Reparation demontiert. Heute gibt es in Buttelstedt noch mehrere Handwerks- und Gewerbetreibende. Es ist ein Kleinstädtchen geblieben, welches 11 km nördlich hinter dem Ettersberg zu finden ist.